Info zu BDIH-Kontrollierte Naturkosmetik

Info zu BDIH-Kontrollierte Naturkosmetik

Info zu BDIH-Kontrollierte Naturkosmetik

BDIH

In Zusammenarbeit mit führenden Naturkosmetikherstellern hat der BDIH, der Bundesverband deutscher Industrie-und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V., eine umfassende Richtlinie für kontrollierte Naturkosmetik entwickelt. Auf der Grundlage dieser Richtlinie wurden durch ein unabhängiges Kontrollinstitut bereits hunderte von Produkten im Bereich Naturkosmetik auf ihre Inhaltsstoffe und ihre Herstellung überprüft.

Die Richtlinie im Einzelnen:

1. Pflanzliche Rohstoffe

Einsatz pflanzlicher Rohstoffe soweit möglich aus:

- kontrolliert-biologischem Anbau (kbA), unter Berücksichtigung von Qualität und Verfügbarkeit

- kontrolliert biologischer Wildsammlung

2. Tierschutz und Tierversuche

Tierversuche und Endprodukte

Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte werden Tierversuche durchgeführt noch in Auftrag gegeben.

Tierversuche und Rohstoffe

Rohstoffe, die vor dem 01.01.1998 noch nicht im Markt vorhanden waren, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht im Tierversuch getestet worden sind. Ausser Betracht bleiben hierbei Tierversuche, die nach dem 01.01.1998 an Rohstoffen, welche zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Markt waren, durch Dritte durchgeführt wurden, die weder im Auftrag noch auf Veranlassung des Auftraggebers gehandelt haben, noch mit diesen gesellschafts-rechtlich oder vertraglich verbunden sind.

Tierische Rohstoffe

- Der Einsatz von Rohstoffen toter Wirbeltiere (z.B. Walrat, Schildkröten, Nerz, Murmeltierfett, tierische Fette, tierisches   Collagen und Frischzellen) ist nicht gestattet.

3. Mineralische Rohstoffe

Der Einsatz anorganischer Salze (z.B. Magnesiumsulfat) und mineralischer Rohstoffe (z.B. Natriumchlorid) ist grundsätzlich gestattet. Ausnahme siehe unter Punkt 5.

4. Rohstoffe mit beschränktem Einsatz (z.B. Emulgatoren und Tenside)

Für die Herstellung von Naturkosmetika können Emulgatoren und Tenside verwendet werden, die durch Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung oder Umesterung aus folgenden Naturstoffen gewonnen werden:

- Fette, Öle und Wachse

- Lecithine

- Lanolin

- Mono-, Oligo- und Polysaccharide

- Proteine und Lipoproteine

Den konkreten Rohstoffeinsatz regelt die aktuelle Positivliste für die Entwicklung und Herstellung von kontrollierter Nautrkosmetik.

5. Bewußter Verzicht auf

- synthetische Farbstoffe

- synthetische Duftstoffe

- ethoxilierte Rohstoffe

- Silikone

- Paraffine und andere Erdölprodukte

Zulassungskriterium für natürliche Riechstoffe ist die ISO-Norm 9235.

6. Konservierung

Zur mikrobiologischen Sicherheit der Produkte werden, neben natürlichen Konservierungssystemen, bestimmte naturidentische Konservierungsmittel zugelassen. Dies sind:

- Benzoesäure, ihre Salze und Ethylester

- Salicylsäure und ihre Salze

- Sorbinsäure und ihre Salze

- Benzylalkohol

Beim Einsatz dieser Konservierungsstoffe ist der Zusatz: "Konserviert mit ... [Name des Konservierungsstoffes]" erforderlich!

7. Radioaktive Bestrahlung

Eine Entkeimung von organischen Rohstoffen und kosmetischen Endprodukten durch radioaktive Bestrahlung ist nicht gestattet.

8. Kontrollierte Naturkosmetik

Die Überprüfung der Einhaltung oben aufgeführter Kriterien wird durch das weltweit tätige, unabhängige Prüfinstitut Ecocontrol in Osterode gewährleistet.

Die Einhaltung der Kriterien wird durch das verbandseigene Prüfzeichen dokumentiert.

Weiterführende Zielsetzungen des BDIH:

1. Rohstoffvoraussetzungen

Nachvollziehbare Herstellung mit durchschaubaren Verfahren und Verbraucheraufklärung.

2. Genmanipulation

Einsatz gegen genmanipulierte pflanzliche und tierische Rohstoffe.

Da die Gentechnik in der Landwirtschaf umstritten und ökologisch nicht vertretbar ist, wird der biologischen Anbau unterstützt und ein aktiver Einsatz gegen die Gentechnik betrieben.

3. Ökologische Verträglichkeit

- Ausschließlich natürliche Ausgangsrohstoffe, wenn möglich zertifiziert nach EG-Bio-VO (EG-Verordnung über den ökologischen Landbau)

- Umweltschonende Herstellverfahren

- Optimale Abbaubarkeit der Rohstoffe und Fertigprodukte

- Sparsame, umweltverträgliche und recyclingfähige Verpackungen

- Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen

4. Soziale Verträglichkeit

- Rohstoffe aus Fair Trade und Dritte-Welt-Projekten

- Gebrauch und Entsorgung

- Kollegiales Miteinander